So, hier noch mein kleiner Oster-Fahrtbericht, zum ersten Mal vollelektrisch.
Obwohl wir am Karfreitag vorsorglich schon 5:00 Uhr losgefahren sind, haben wir für die 840 km 12,5 lange Stunden gebraucht. Das lag aber weder am Laden noch an klebenden Klimaaktivisten. Es waren einfach scheiß viele Autos unterwegs mit damit verbundenen Staus. Wären die nicht gewesen, hätten wir eine richtig schöne E-Fahrt gehabt. Mussten nur dreimal laden in den sowieso geplanten Pausen für Fahrerwechsel.
Beim zweiten Laden waren alle Ionity-Säulen out of order. Ein kurzer Anruf bei der Hotline, dann wurde die Säule aus der Ferne resetet. Ärgerlich war der Zeitverlust schon.
Richtig auf den Zeiger ging mir, dass viel Säulen von Verbrennern blockiert waren. Die dümmsten Ausreden gab's da. Einer wollte mir an die Wäsche, weil ich sein Kennzeichen fotografiert habe. Als Rache hat er dann meins fotografiert, um meine Adresse rauszukriegen. Viel Spaß dabei.
Das Problem war der Osterverkehr. Es gab keine normalen Parkplätze mehr, da wurden eben die Ladeplätze genommen. Obwohl die ja ganz weit weg vom Restaurant waren. So weit würden die sonst nie laufen. Das wäre vielleicht ein Ansatz, um dem Problem zu begegnen. Die Ladesäulen in Zukunft in Sichtweite des Personals aufstellen. Das muss dann nicht mal raus und kann mit einer für alle hörbaren Ansage den/die Übeltäter/in mit Hinweis auf 55 € Buße wieder vertreiben.
Beim letzten Laden mussten wir uns einreihen in die Warteschlange, alle Ladesäulen belegt. Es ging trotzdem relativ schnell. Als wir dann von Snack und Kaffee zurückkamen, waren die Warteschlangen vor den Zapfsäulen der Verbrenner. Gleicht sich eben alles wieder aus.
Was mich richtig gefreut hat, dass ich meine vorher getesteten Verbrauchswerte eingehalten habe. Obwohl außer den E-Bikes noch Herr und Frau Carpaccio samt Gepäck und Mitbringseln für Muddern transportiert wurden. Vor allem auch viel Schweizer Käse. Am Ende verbrauchten wir so vollbeladen erfreuliche 18,7 kW/h auf 100 km.
Am Ostermontag waren wir unterwegs in die Semperoper nach Dresden. Bei schönstem Frühlingswetter lag der Verbrauch im Drittelmix (Autobahn, Landstraße, Stadt) mit drei Personen bei sehr schönen 13,8 kW/h.
Vergangenen Samstag sind wir die 840 km wieder zurück nach Hause gefahren und haben ca. zwei Stunden weniger gebraucht als am Karfreitag. Es war eine viel entspanntere Fahrt durch weniger Verkehr und langsam steigende Laderoutine auf Langstrecke.
Das Wetter zu Beginn war viel schlechter, starker Regen, Wind und 5 °C kalt. Hat man am Verbrauch gemerkt, da es anfangs auch viel bergiger war, Erzgebirge und Vogtland. Ab Nürnberg trockener und langsam wärmer. In Baden neben dem Rhein entlang gab’s sogar Sonne und sehr angenehme 18 °C. Insgesamt haben wir wetterbedingt nur 1kW/h pro 100 km mehr verbraucht als auf der Hinfahrt.
Wir haben wieder nur dreimal nachgeladen und sind mit 10 % Rest zu Hause angekommen. In den Ladepausen haben wir im Auto was gegessen und fanden es gemütlich und kurzweilig. Alles in allem hat es richtig Spaß gemacht und wir freuen uns auf unsere nächste E-Reise an den Gardasee und ins Tessin.
Falls jemand noch Befürchtungen hat: BEV fahren ist wirklich nicht schlimm, man kann elektrisch auch weite Strecken komfortabel meistern. Das war mein kurzer Bericht.